Lo Spettacolo


Theater Narrattak - Comedia Mundi und
Armonico Tributo - Lorenz Duftschmid


Eine Gemeinschaftsproduktion von
Theater Narrattak - Comedia Mundi und
Armonico Tributo - Lorenz Duftschmid
Theater Narrattak - Comedia Mundi
Bärbl Kandziora - Arlecchino, Isabella
Toss Renneberg - Zerbanotto, Flavio
Ute Schütgens - Signora Lucia
Ekkehard Euman - Pantalone, Il Capitano Fernandez
(Mit Originalmasken und Kostümen der Commedia dell´Arte
auf einer mitgebrachten Wanderbühne aus Holz)

Armonico Tributo Austria
Michael Oman - Blockflöte Brigitte Täubl – Barockvioline Andreas Pilger - Barockvioline Peter Aigner - Barockviola Lorenz Duftschmid - Viola da gamba Thomas Boysen - Barockguitarre, Colascione Charly Fischer – Percussion
(Auf Originalinstrumenten)


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Die Commedia dell´arte?! Also bitte..... die hat es nie gegeben!“ein Ausruf Carmelo Benes macht neugierig. Es gibt soviele Geschichten über den Mythos der Komödianten, ihre waghalsigen Kunststücke und die abgerissene Poesie ihrer Masken, so viel erdichtete und erfundene Schauspielromantik in jenen Geschichten, daß man sagen möchte: „Recht hat der Mann, die Commedia dell´arte beginnt erst mit Goldoni und den anderen, die sie zu Literatur machten.“ Aber da hatte die Commedia dell´arte schon ihr Leben ausgehaucht. In eben diese improvisierte „vorliterarische“ Zeit, die so vom Bild lebt, wirft unsere Inszenierung Lo spettacolo einen Blick.

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Seit Mitte des sechzehnten Jahrhunderts hatten italienische Commedia dell´arte - Truppen neben anderen reisenden Theatern nördlich der Alpen Einzug gehalten. Durch die Einbindung einheimischer Schauspieler verstanden sie es, die Landessprache in ihr Spiel einzubauen und so auch hier das einfache Volk zu gewinnen. In der ganzen bekannten Welt erfreuten sich Commedia-Truppen nicht nur als Karnevalsunterhaltung allergrößter Beliebtheit. Lo Spettacolo trägt diese Begeisterung in unsere Tage.
Der Canovaccio, die Geschichte, des Spiels ist simpel, wie das Leben selbst:Isabella ist die Tochter Pantalones, des reichsten Mannes der Stadt. Sie will den mitellosen Flavio heiraten. Signora Lucia, ihre Stiefmutter hat alle Vorbereitungen bereits getroffen, natürlich nur, um sich in der Menge der Gäste ungestört mit ihrem Geliebten, dem Capitano Fernandez treffen zu können. Der überaus geizige Pantalone scheut nun aber die Kosten der Hochzeit und verweigert seine Zustimmung. Erst die feinsinnige Verführungskunst der Signora Lucia und die verspielten und derbdreisten Lazzi der Zanni, d.h. Scherze der Diener, des ewig hungrigen Arlecchino und des immer müden Zerbanotto, bringen schließlich die fulminante Handlung zum glücklichen Ende. Der musikalische Rhythmus bestimmt das narratteske Spiel.
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Die Symbiose von Klang und Bild, die pralle Lust und die kindliche Spielfreude der Figuren treiben die Handlung voran - die Situation ist wichtiger als der Verlauf. Und so wird, mit Originalmasken von Antonio Fava, Bühne, Musik und Kostümen, ein Bild vervollständigt, das für ca. 80 Minuten an dem Lebensgefühl einer anderen Welt teilhaben läßt.
Die Symbiose von Szene und Musik, die allgemeine Beliebtheit neuer Wege der Alten Musik, einfachste Unterhaltung auf ansprechendem Niveau und eine Produktion mit Künstlern von Weltklasse zeichnen dieses Projekt aus.
Die mitgebrachten Bretter, die die Welt bedeuten (eine Wanderbühne aus Holz) können im Freien oder - gleichsam als Theater im Theater - im Konzertsaal aufgebaut werden. Der improvisatorische Chrakter des Projekts macht je nach Anlaß Aufführungsdauern von 40 bis 80 Minuten möglich.

Lorenz Duftschmid zum Entstehen von Lo Spettacolo:

Berichte aus dem Theatrum Europæum aus dem siebzehnten Jahrhundert von der lukullischen Farbenpracht barocker Feste mit „Wirtschafften“, „Bauernhochzeiten“, Tanzbelustigungen und „Comedi“ übten schon lange eine derartige Faszination auf mich aus, daß bald der Entschluß reifte, etwas derartiges in Szene zu setzen. Als ich dann beim Stöbern in der ehemaligen Wiener Hofbibliothek Albertina auf Codices mit Unterhaltungsmusik aus dem 17. Jahrhundert von Johann Heinrich Schmelzer stieß, versprachen Titel wie Balletto genandt das Narrenspitall(1667), Affen Ballett, Ballett von 5 Turckhen und 5 Mohren, Das lamentierliche Außleuten über den unseligen Todt St. Fasching (1667), Balletto zu der Comedi im FaSching (1682), Erlicino-Balletto di Mascere, Balletto zu der Ridicola im Fasching (1682) vieles, was sie beim Durchspielen noch übertrafen. Diese Musik schrie nach Szene, war sie doch immanenter Bestandteil derselben.
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Die hinreißende Vorstellung von Lo Spettacolo der zum damaligen Zeitpunkt schon sehr bekannten Theater-Truppe narrattak beim Bodenseefestival in Konstanz 1995 (hier noch ohne Musik) war der endgültige Auslöser: Schon während der Vorstellung wußte ich, welches Stück zu welcher Szene gehörte, wo es als Anpassung an die Musik einiger kleiner szenischer Ausschmückungen bedurfte. Damals schon reifte ein sehr präziser Ablauf des Stücks. Bis wir diese allerdings auf der Bühne umsetzen konnten, hatten wir einen langen Weg äußerst spannender Proben und vieler Aufführungen vor uns. Wesentlicher Bestandteil bleibt die Improvisation. Dies zwecks einer sehr direkten szenischen Ausdruckserweiterung der sprechenden schmelzerschen Musik und als Übertritt in eine die Sprache verstärkende Dimension von Stimmungsvermittlung für das Musiktheater.
Theater heißt nämlich bei Lo Spettacolo, das Publikum mit einer schnellen Folge komischer Situationen und Gags mit Musik in eine einfache Handlung zu verstricken, es immer wieder zu erstaunen, zu begeistern und bis zum Ende zu fesseln. Unsere Rekonstruktion der „Comedi zum Fasching“ Lo Spettacolo basiert auf Figuren, Musik und Masken der Commedia dell´arte. Als Ouverture oder Intermedio, als Untermalung der azione oder als direkter Handlungsträger erklingt Originalmusik des 17. Jahrhunderts, die vor allem Johann Heinrich Schmelzer und Heinrich Ignaz Franz Biber eigens für entsprechende Commedia-Veranstaltungen komponiert hatten.

Lo Spettacolo begeisterte bereits das Publikum von: Internationale Festwochen der Alten Musik Innsbruck, Ambraser Schloßkonzerte, styriarte-Graz, Europäische Festwochen Passau, WDR-Köln: Nachtkonzerte, Resonanzen-Konzerthaus Wien, Internationale Wochen der Alten Musik Krieglach u.a.
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Mit komödiantischer Barockmusik:


Carlo Farina
ca.1600-ca.1640

Capriccio stravagante à 4:
„Ein Kurtzweilig Quodlibet“ (Tempo giusto)-Presto-Die Leyer-Das kleine Schalmeygen-Die Leyer uff ein ander Art-(Allegro)-Calmo, Hier schlägt man mit dem Holtze des Bogens-(Allegro-Andante)-Adagio-Presto-Adagio-Die Trommetten-Das Clarin-Adagio-Die Heerpaucken-Die Henne-Der Hahn-Presto-Die Flöten, still, stille-(Andante)-Presto-Adagio-Der Tremulant-Presto-Das Soldatenpfeifgen-Die Katze-Der Hund-Die Spanische Citharr

Johann Heinrich Schmelzer


Serenata: La Follia, Erlicino, Adagio, Allegro
Fechtschule:Bader Aria
Balletti: Canario, Mattacina (Affentanz), La Mosca, Gavotta gallica
Fechtschule: Aria 2
Balletto a Cavallo: Corrente
Balletto: Gavotta anglica
Ballett der Narren: Aria 1
Balletti: Gavotta styriaca, Gavotta bavarica, Die Fechtschule

Heinrich Ignaz Franz Biber
1644-1704

Battalia: Die liederliche Gesellschaft von allerley Humor, Presto, Presto

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